Stadtmauer

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Die Rothenburger Stadtmauer.

Die Mauer um eine Stadt bezweckt nichts anderes, als einer Ansammlung von Häusern den Charakter einer Burg zu geben. Somit ist auch gleichzeitig der Begriff erklärt: Jemand der den Schutz und die Geborgenheit in den Mauern dieser "Burg"-Gemeinschaft suchte, ist ab dem Moment dieser Entscheidung ein Bürger.

Als Rothenburg ob der Tauber im Jahre 1172 die Stadtrechte verliehen bekam, begann man mit dem Bau des inneren Rings der "kleinen" Stadtmauer. Heute nur noch aus der Luft zu erahnen. Eckpfeiler dieser alten Stadtmauer sind z.B: der weiße Turm und der Markusturm. Wie wir die Stadtmauer heute kennen, auf einer Länge von 3.450 m, ist erst im 14. Jahrhundert (1350 bis 1410) entstanden und reicht vom Klingentor über Galgentor, Rödertor bis zum Spitaltor hinaus.

Das stärkste Tor stellt das Haupttor am östlichen Ende der Galgengasse dar. Angreifbar war Rothenburg eben vor allem aus dieser Richtung. Was es den Angreifern erschwerte, nach Rothenburg im gestreckten Galopp zu gelangen, war Folgendes: Von der Neusitzer Höhe herunter vorbei am Schwanensee zum Galgentor war ein großesn Sumpfgebiet und nur durch ortskundige Führer gefahrlos zu durchqueren. Im Lauf der Jahrhunderte wurde dieser natürliche Schutz, trockengelegt um Weide- und Ackerland zu gewinnen und eine kräftige Mauer wurde um so wichtiger.

Am 31. März 1945 wurde knapp ein Kilometer der Stadtmauer durch einen Bombenangriff ganz oder teilweise zerstört. Die 386. Bombardement Group der US-Air Force hatte ursprünglich den Auftrag: ein Öllager im oberfränkischen Ebrach zu bombardieren. Wegen einer geschlossenen Nebeldecke, konnte Dieses nicht angegriffen werden.

Rothenburg (obwohl ohne militärische Bedeutung) wurde als deklariertes Ersatzziel angegriffen (die Bombenlast konnte von den Flugzeugen nicht mit zurück nach England genommen werden).

Die Zerstörung betraf hauptsächlich den neueren Ostteil der Altstadt, so dass die bedeutendsten Baudenkmäler erhalten blieben. Nach dem Krieg wurden diese Gebäude originalgetreu aufgebaut oder saniert. Die später befragten Piloten sagten aus, sie hätten nicht geahnt, welche Kulturstadt sie bombardieren würden. Nach Kriegsende beteiligten sich die Amerikaner mit großzügigen Spenden am Wiederaufbau, wie noch heute die Spendertafeln am Wehrgang belegen.

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